Ooch, ist er nicht putzig, unser Niklas, wie er da ganz schüchtern seinen Zettelkasten erklärt? Und dieses Büro: so herrlich chaotisch.

„Ich muss immer aufpassen, dass … die richtige Stelle, also wenn die mal verloren sind, dann sind sie also nur durch Zufall wiederzuentdecken.“

Angesichts seiner Theorien und seiner ursprünglichen Tätigkeit als Verwaltungswissenschaftler hatte ich immer gedacht, Niklas Luhmann wäre ein ganz aufgeräumter, hartherziger Mensch, in dessen Büro alles fein säuberlich und thematisch geordnet in Regalen untergebracht ist. So kann man sich täuschen: Eigentlich kommt er doch ziemlich sympathisch rüber. Und naja, von „spießiger Ordnung“ kann man bei diesem Büro auch nicht sprechen…

Nachtrag 07.04.08: Wer sich selber mal (allerdings in elektronischer Form) einen Zettelkasten anlegen möchte, der findet hier das passende Freeware-Tool.

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Über den Konflikt zwischen Verfechtern des Intelligent Design und denen der Evolutionstheorie habe ich mich hier vor einiger Zeit schon mal ausgelassen (man beachte vor allem die dort verlinkte Reportage über ein genau dieses Problem betreffendes Gerichtsverfahren in den USA.)

Nerdcore-René hat gestern ein nettes Video zum gleichen Thema gefunden (Link). Hier wird der Spieß umgedreht: Die Schöpfungsgeschichte wird auf wissenschaftliche Weise vorgetragen, während paralell dazu die wissenschaftliche Theorie über die Entstehung der Erde und des Menschen wie eine Predigt präsentiert wird. Auf jeden Fall amüsant gemacht, aber auch nachedenklich stimmend. Durch die bewusste Verdrehung zwischen Inhalt und Form fragt man sich, welche von beiden Versionen eigentlich unrealistischer klingt, (was allerdings nicht heißt, dass ich jetzt zum gläubigen Christen mutiere).

„If Strawinsky had a rock band, it would sound like this…“

Dieser Satz ist das erste, was man sieht, wenn man auf die Seite von Univers Zero geht. Recht haben sie.

Letztens habe ich seit langem mal wieder deren Album „Ceux du dehors“ herausgekramt. Ich kenne mich nicht ganz so gut aus in der Diskographie der Band. Fakt ist aber, dass es sich um das 1981 erschienene dritte Album der belgischen Kammerprogger handelt. Offensichtlich scheint die Band damals gerade in ihrer „akustischen“ Phase gewesen zu sein. Elektronische Instrumente findet man kaum. Stattdessen gibt es Flöten, Oboen und Geigen zu höhren. Auch Harmonium-Akkorde machen sich an allen Ecken und Enden breit.

Wer jetzt denkt, „Ceux du dehors“ enthält soft-fluffige Kammermusik zum Kaffeetrinken, der irrt gewaltig. Wie man bei Vorbildern wie Strawinsky vermuten kann, geht es hier schräg und mitunter heftig zur Sache. Speziell in den Stücken „Dense“ und „Combat“ wimmelt es nur so von krummen Takten und polyphonen Rhythmen. Aber auf gewisse Weise rockt es auch, natürlich nicht in dem Sinne, dass man jetzt aufstehen würde, um das Köpfchen zu schütteln. Die Musik ist aber eben durchaus treibend und wenn man erst mal an einigen Stellen die Taktwechsel durchschaut hat, wippt man auch gerne mal mit. Die düstere Seite von Univers Zero zeigt sich vor allem im Stück „La Corne du Bois des Pendus“ (was jetzt nicht heißt, dass „Dense“ und „Combat“ fröhlich wären). Schleppend und düster spielen die Belgier hier, und vor allem schräg. Horrorfilmszenen drängen sich auf (obwohl ich eigentlich nie Horrorfilme kucke…). Die beklemmende Stimmung der Musik überträgt sich direkt auf den Zuhörer. Sicher nichts zum Ständighören, aber mal tut dieser Ausflug ins Morbide doch gut.

Kurzum, „Ceux du dehors“ ist ungewöhnlich, morbide, komplex und gut. Wer auf der Suche nach „etwas ganz Anderem“ ist, sollte mal ein Anspielen wagen. Reinhören kann man auf der Seite ihres Labels Cuneiform Records (einfach runterscrollen und auf den Lautsprecher neben „Ceux du dehors“ klicken). Die CDs sind leider einigermaßen schwer zu bekommen. Ab und zu findet man Ebay was. Ansonsten hat der gute Charly (Mail-Adresse auf Anfrage) glaube ich alle Alben im Programm.

Hallo WordPress-Welt!

1. März 2008

Schönen guten Abend.

Ich bin umgezogen. Mein Blog auf blog.de trug (und trägt) den wundervollen und viel zu langen Namen „Prog Rock, Uni, Berlin und andere Schweinereien„. Dieser Titel sagt ja schon einiges über die Ausrichtung dieses Blogs aus: Es gab keine! Wer denkt, jetzt komme eine Entwarnung incl. dem Gelöbnis, von nun alles besser zu machen, täuscht sich leider. Dieses Blog bleibt genauso unausgerichtet wie das alte. Als Immer-Noch-Blog-Greenhorn habe ich einfach keine Lust mich festzulegen (und vielleicht auch gar nicht genug Ideen, nur ein Feld content-mäßig zu beackern).

Dann stellt sich natürlich die große Frage: Ja warum wechselt der Depp dann und schmeißt seine unglaubliche Technorati-Authority von 5 ins Klo? Nun ja, das blog.de-Design bzw. dessen Unflexibilität ging mir etwas auf den Kranz. Mein Blog sah einfach verdammt langweilig und auch nicht gerade sexy aus. Ich weiß, eigentlich zählen ja die Inhalte, aber irgendwie fühl(t)e ich mich dort nicht mehr so wohl. Zudem ist auch die dortige Community nicht ganz so mein Ding. Das meiste, was es dort gibt, sind halt eher reinste Privatblogs. Und dummerweise habe ich ganz so viel Interesse daran, dass sweetbaby16 heute ihre Französisch-Klausur vermasselt hat oder dass klaus_mueller_82 auf Arbeit heute furchtbar gestresst war, weil alle Kunden den neuen Bosch-Trennschleifer ausprobieren wollten.

Und jetzt bin ich also hier. Also mehr Sex-Appeal hat WordPress auf jeden Fall schon mal. Ich bin gespannt wie es wird und wie lange ich dieses Mal durchhalte. Ni siquiera volar heißt mein neues „Schätzchen“. Zugegeben, ein wirklich griffiger Name ist das nicht, aber immerhin kürzer als Prog Rock usw. Aber naja, ein wenig ans Herz gewachsen ist mir der alte Titel schon, so dass ich ihn wohl im About-Fenster oder als Untertitel (falls möglich) beibehalten werde.

„Ni siquiera volar“ ist übrigens Spanisch und heißt „noch nicht mal fliegen“. Interpretationen überlasse ich etwaigen Lesern. Ich habe den Namen eher des Klanges wegen gewählt, irgendwie war mir die Phrase im Gedächtnis hängen geblieben. Und nun haben wir (bzw. ich) also den äh Salat.

Ich denke, ab und zu werde ich aus dem alten Blog den ein oder anderen Beitrag herauskramen und hier veröffentlichen. Einfach aus Nostalgiegründen und weil ich der Meinung bin, dort nicht nur totalen Blödsinn verbockt zu haben.

Ich hoffe übrigens auch, demnächst mit einem Header-Bild aufwarten zu können, sprich auch das Theme wird sich wohl noch mal ändern. D.h. mal sehen,… schließlich hab ich es auch nicht geschafft in 4 Monaten meinem alten Blog einen vernünftigen Header zu verpassen. Hmmmm…

Wie auch immer, ich sag jetzt erst mal: Los gehts! (und weiß gar nicht ob ich jetzt direkt einen „richtigen“ Beitrag posten soll.)