…die Schwaben sind ja schon seit ein paar Jahren im Schbeeß, und das auch noch perfekt vermarktet:

[via real life, jaaaa!]

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Manchmal sind die typischen Deutschland-Klischees, die man so in Ausland hat, ja schon etwas nervig. Ich glaube die Zeiten sind dann doch vorbei, in denen „wir“ immer schon zackig Wörter in die Welt gebellt haben, und das dann sprechen nannten; und unsere Nachbarn haben wir seit geraumer Zeit auch nicht mehr überfallen… Dennoch ist das hier einfach zum Brüllen komisch. The first German Star Trek Captain:

[per via Anhalter]

… polyrhythmisch geheadbangt?“, fragte ich Anfang des Jahres.

Seit gestern Abend weiß ich die Antwort: Nein. Die Musik dieser ihrem Namen alle Ehre machenden schwedischen Metalband ist doch headbangerfreundlicher als ich dachte, was aber nicht heißt, dass sie nicht verdammt komplex wäre.

Zudem scheinen Meshuggah in Berlin mehr Leute zu interessieren, als sich das der Veranstalter gedacht hätte. Das Kato war jedenfalls gerammelt voll. Sogar aus Spanien waren Leute angereist, weil die Jungs dort nicht spielen.

Das Gedränge führte allerdings leider dazu, dass meine Bühnensicht ziemlich eingeschränkt war. Der Freude über diese geniale – und zugegebenermaßen ziemlich kranke -Musik tat das allerdings nicht so viel Abbruch.

Wer reinhören mag, die Myspace-Seite der Kombo hat ein paar Lieder zu bieten. (Mein Anspieltipp: der absolute Klassiker der Band: „Future Breed Machine“)

Philosophische Theorien abzufassen ist schon nicht so einfach. Da baut man mitunter über Jahre hinweg ausufernde Gedankengebäude, ja -schlösser, sorgt für ordentliches Fundament, vernünftige Treppen, um auf die unterschiedlichen Ebenen zu kommen, und versieht zum Schluss noch die Fenster mit feingliedrigen Ornamenten. Wenn man nett zu den Lesern ist, macht man zudem Türen und Flure nicht zu klein, damit sich diese auch vernünftig in der Theorie bewegen können.

Und dann kommt irgendein anderer Philosoph dahergelaufen und bringt mit ein paar gezielten Griffen das Fundament und damit das ganze Schloss ins Wanken. Tolle Wolle. Da hilft nur Vorsorgen. Wie macht man das? Eine Möglichkeit wäre zu versuchen, diverse Kritiken vorherzusehen und die Gegenmaßnahmen dazu gleich im Gebäude unterzubringen.

Das dachte sich wohl auch John R. Searle, als er sein Buch „Sprechakte. Ein sprachphilosphischer Essay.“ schrieb. Den Rest des Beitrags lesen »

Kaki King

19. September 2008

Wirkliche Innovationen im Bereich des Gitarrenspiels scheinen in den letzten 10 bis 20 Jahren eher selten geworden zu sein. Zumindest in meiner kleinen Rock-Metal-und-ein-bisschen-Jazz-Welt hat sich nach Typen wie Eddie van Halen, Joe Satriani, John Petrucci und vor allem Steve Vai nicht mehr viel getan. Damit meine ich selbstverständlich vor allem die spieltechnische Seite, dass stilistisch mit Grunge, Nu Metal, Prog Metal usw. auch in den letzten beiden Jahrzehnten äußerst viel passiert ist, will ich überhaupt in Abrede stellen.

Dennoch schien es, als wären die Damen und Herren GitarristInnen spieltechnisch am Ende der Fahnenstange angelangt. Dementsprechend überrascht war ich, als mir vor ein paar Jahren über ein Werbevideo des Gitarrenherstellers Ovation folgendes zu Ohren und Augen kam:

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Der Bremer Linguistikprofessor Anatol Stefanowitsch lässt sich auf seinem Bremer Sprachblog gerne über die sogenannten „Sprachnörgler“ aus, über solche Leute also, die befürchten, die Deutsche Sprache sei durch den Einfluss des Englischen und die angebliche Gedankenlosigkeit ihrer Sprecher dem Verfall nahe. Regelmäßig nimmt er die Argumentationen solcher Sprachnörgler wissenschaftlich fundiert auseinander und zeigt, dass dahinter im Normalfall ziemlich viel heiße Luft steckt und dass das Deutsche demnach wohl eher wenig zu befürchten habe.

Letztens hat er einen Artikel des Linguisten Guy Deutscher verlinkt (sorry es kann sein, dass dieser nicht mehr verfügbar ist, da die Artikel der SZ nach einiger Zeit oftmals im kostenpflichtigen Archiv verschwinden). Dieser verfolgt solche Verfallsängste bis in die Zeit des Lateinischen zurück und zeigt, das offenbar in vielen Sprachen und Zeiten ähnliche Bedenken bestanden. Ein Absatz daraus spricht auch auf das Französische an und trifft damit ein Thema, über das ich auch schon öfter nachgedacht habe:

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Dieser Artikel liegt schon seit ein paar Tagen in meinem Entwürfe-Ordner. Mir wollte einfach kein knackiger Anfang einfallen. Also mache ich das, was alle Anfangseinfallslosen in einem solchen Falle tun: Ich flüchte mich auf die Meta-Ebene.

Tja, hier oben angekommen, ist die Luft dann doch etwas dünn. Ich könnte jetzt stundenlang über die Unmöglichkeit des Anfangs schreiben, aber im Interesse der Leser lasse ich das mal bleiben. Also wieder runnerjehüppt von de Meta-Ebene.

Was ich eigentlich sagen wollte: Ich bin bei meinen letzten Streifzügen durch die europäische Poesie auf Herrn Baudelaire gestoßen. Jaaaaaaaja, alter Hut, werden die einen sagen. Ist ja richtig, is ja richtig, der Gute ist ja nun wirklich kein Geheimtipp, was nichts daran ändert, dass ich erst vor kurzem wirklich auf seine Poesie gestoßen bin. Und wie das so passierte, kam ich direkt an einem anderen Nicht-Geheimtipp vorbei, der mir vorher nur dunkel bekannt war: Wikisource. Jene Seite also, auf der man diverse Klassiker aus Poesie, Epik, Philosophie und wasweißichnoch als Volltext abrufen kann. Schickschick. Und dort (genaugenommen hier) stürzte ich mich auf das opus magnum von Herrn Baudelaire, die Fleurs du mal. (Außerdem habe ich noch eine sehr ansprechend gestaltete PDF-Version unter CC-Lizenz gefunden.) Das erste „richtige“ Gedicht des Zyklus hat es mir dann direkt angetan:

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Widerstände

8. September 2008

Ein Nerdwitz zum Abend:

Direktlink, aus: xcdk – a webcomic of romance, sarcasm, math and language, dort gibt es noch viel mehr davon, sehr empfehlenswert [via].

Der Comic steht unter Creative Commons Attribution NonCommercial 2.5 License.

Dass man so ziemlich jeden Popsong ohne Weiteres vermetalen (wie schreibt man das, wenn man nicht geschwollene Formulierungen wie „in die Musikrichtung des Heavy Metal überführen“ schreiben will) kann, düfte ja hinlänglich bekannt sein. Dass es auch andersherum vorzüglich geht, ist an sich auch keine Neuigkeit, aber trotzdem habe ich das selten in so guter Form gesehen, wie es Hellsongs [via Jeriko] machen:

Freudig durch die Gegend hüpfen, statt headbangen, auch mal was…

Und wer davon nicht genug kriegen kann, die Jungs und das Mädel haben u.a. auch Jump und Paranoid gecovert.

Da sage doch noch einer, in Kopien stecke keine Kreativität, nicht wahr, Herr Kreidler?

P.S.: Auf der Myspace-Seite der Band gibt es noch Cover der Maiden-Klassiker „The Trooper“ und „Run to the Hills“.

Paul Valéry über Krieg

5. September 2008

La guerre est le massacre de gens qui ne se connaissent pas au profit de gens qui, eux, se connaissent mais ne se massacrent pas.

Der Krieg ist das Massaker von Leuten, die sich nicht kennen, zum Wohle von Leuten, die sich sehr wohl kennen, jedoch nicht massakrieren.

[Quelle Wikipedia]