Niklas und die Gremien

30. November 2008

Warum sind Sie für die Selbstverwaltung an den Universitäten untauglich?

Ich finde, daß man es in diesem Zusammenhang ausschließlich mit Bagatellen zu tun hat, die ihre Bedeutung nur dadurch gewinnen, daß andere sich darüber aufregen. Man kann Entscheidungen nicht delegieren. Eine Ausschußsitzung entsteht aus der anderen, und niemand glaubt einem, wenn man sagt, daß alles viel einfacher zu erledigen wäre.

Aus: Luhmann, Niklas: Biographie, Attitüden. In: Ders.: Short Cuts, 4. Auflage, Frankfurt 2002. S. 17.

Ohne Worte. Jeder, der schon mal in einem universitären Gremium gesessen hat, weiß wohl, wovon der Gute da redet.

Für die Progger unter euch (falls vorhanden):

Today I finished my drum tracks for the new Dream Theater album!

And as I normally never give away song descriptions, titles, lengths, etc….I will say just this:

Imagine a DT album with A Change Of Seasons, Octavarium, Learning To Live, Pull Me Under and The Glass Prison….all on one album….

Das also meint Dream-Theater-Schlagzeuger Mike Portnoy zum neuen Album der fünf Herren aus New York. Womit mal wieder bestätigt wäre, dass für Musiker prinzipiell und immer und überall das neueste Album das beste ist…

Nicht zu glauben

20. November 2008

Ich schreibe diese nArtikel gerade nicht unter Windows, sondern zum allerersten mal unter Ubuntu.  Das läuft hier gerade als Live Session (also nicht installiert, sondern komplett von CD laufend).

Unfassbar: Ja ok, das Hochfahren dauerte eine Weile, da eben komplett von CD, aber dann, aber dann? Ging anscheinend alles. ALLES. Selbst das WLAN, was ja angeblich bei Ubuntu immer so eine Schwachstelle ist. Das Betriebssystem ist komplett startbereit. Nach 10 min! Als langjähriger Windows User weiß ich gerade nicht, ob ich lachen oder weinen soll…

Manmanman.

Der Wechsel wird sicher nicht lange auf sich warten lassen, und ich hoffe, Ubuntu hält das, was es mir hier gerade so vollmundig verspricht.

Ich muss ja sagen, der Film ist nicht unbedingt mein bevorzugtes Medium. Ich kenne, abgesehen von den wirklich unumgehbaren, tatsächlich kaum Filme, kenne vielleicht drei Regisseure, kann mitnichten deren Stile unterscheiden und wenn es am abendlichen Kneipentisch zu Filmdiskussionen kommt, sitz ich nur daneben halte mich an meinem Bier fest und kann nicht wirklich viel beitragen, bzw. fange mitunter an, mich zu fragen, wie man sich denn darüber so lange und vor allem so emotional unterhalten kann (eigentlich müsste ich es verstehen, denn, wenns um Musik geht, bin ich ebenso engagiert bei der Sache). Irgendwie lösen Filme bei mir selten große Emotionen aus, positiv wie negativ. [Nebenbei, falls es hier irgendwem noch so geht, kann er sich ja mal melden, ich fühl mich dieser „Einstellung“ ziemlich allein auf weiter Flur.]

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Soeben bei Robert aufgelesen: Die Maschinen haben, als sie die Matrix konstruierten, einen Fehler gemacht, sie wählten Windows als Betriebssystem:

In diesem Zusammenhang fiel mir allerdings wieder ein, dass sich Windows auch wehren kann [via Nerdcore]:

Und was kommt als Nächstes? Happy Feet mit Linux-Pinguinen?

Musikdienste im Netz sind ja nun wahrlich nichts Neues. Grooveshark [via 1000ff] tut sich da schon aus der Masse hervor, und zwar dadurch, dass er eigentlich zu schön ist, um wahr (und legal) zu sein. Angeblich jeden Song kann man da bekommen (was selbstverständlich nicht stimmt): Man tippt den Namen ein und schon hat man den Stream. Man kann sich aus den Liedern dann Playlisten basteln, daraus Widgets machen und diese einbetten, verschicken usw. Das geht weitestgehend sogar ohne Anmeldung. Eine Anmeldung erlaubt dann noch das Abspeichern der Listen. Die Stücke runterzuladen, ist dann – jedoch gegen Bezahlung – auch möglich. Achja, das ganze ist übrigens ziemlich einfach und intuitiv zu bedienen.

Zugegeben, mittlerweile bietet auch last.fm jede Menge Titel zum direkten Stream (also nicht im Radio-Modus) an, aber Grooveshark toppt das, so würde ich noch behaupten, noch um einiges. Wie gesagt, die Idee ist super, aber ich frage mich, ob das diverse Labels genauso sehen. Ein weiteres Problem dürfte sein, dass man sich mit dem Einbinden eines solchen Widgets selber in Gefahr bringt, eine nette Klage am Hals zu haben (oder sehe ich das falsch?). Immerhin, rein formal betrachtet, sieht alles sehr sauber und professionell aus: Es gibt Ansprechpartner, ein Impressum, echt wirkende Post-Adressen, Nutzungsbedingungen usw (Was ja nicht unbedingt so sein muss.)

Eine schon etwas ältere (sich ähnliche Gedanken machende Blogeinträge) lassen darauf schließen, dass es den Service schon eine Weile gibt. Und da er noch am Netz ist, sind meine Bedenken vielleicht überzogen. Weiß vielleicht jemand mehr?

Gibt es in Bezug auf die Computernutzung Mentalitätsunterschiede zwischen Europa und Amerika? Ja, befand Stefan Betschon kürzlich in der NZZ [via histnet]. Und diese gehen angeblich auf die unterschiedlichen Akzeptanz von Computertechnik bei den 68ern zurück.

Während in Kalifornien die politisch bewegten Studenten, Hippies und Acid Heads sich auf die Computertechnik stürzten, weil sie sich davon eine Stärkung ihrer Gegenkultur erhofften, vereinigten sich die protestierenden Studenten Europas in der Ablehnung der Informatik.

Später heißt es gar:

In Kalifornien dagegen gehörte Computertechnik zur Kultur der progressiven Jugend wie Sex, Drugs und Rock’n’Roll. Im Verlauf der 1970er Jahre machten sich die kalifornischen Altachtundsechziger daran, die PC-Branche zu gründen. «Wir verdanken alles den Hippies», lautet der Titel eines Essays, in dem der amerikanische Journalist Stewart Brand 1995 für die «Times» die Entstehung der PC-Branche beschrieb.

Dies ales stehe im radikalen Kontrast zur angeblich allgemeinen Technikfeindlichkeit der europäischen Philosophie des 20. Jahrhunderts.

Mag ja alles sein, aber irgendwie ist mir das zu schematisch (vielleicht bin ich auch nur zu jung). Ich würde schon meinen, dass mittlerweile auch eine ganze Menge Europäer die potenzielle Subversivität des Computers erkannt haben und andersherum auch der ein oder andere Amerikaner seinen PC eher als dunkles Medium, dem er völlig ausgeliefert ist, begreift.

Völlig zustimmen würde ich allerdings mit Folgendem (für mich auch unabhängig, ob dies- oder jenseits des Atlantiks):

So wie ein Bittsteller vor der Durchreiche, so treten noch heute viele Menschen vor ihren Windows-PC. Es ist ein persönlicher Computer, er gehört ihnen, sie könnten diese Maschine vollständig kontrollieren, sie könnten andere Software laden, ein neues Betriebssystem bauen – sie könnten, aber sie tun es nicht, sie verharren passiv in der Rolle des Endanwenders.

Möglicherweise handelt es sich dabei auch um eine Art Aufnahmeprüfung? Wer schon so gut Deutsch kann, dass er die deutsche Passage versteht, wird das Angebot möglicherweise annehmen. Wem die Kenntnisse dazu nicht ausreichen, der wird sich wundern, warum 15 EUR/h nun so once-in-a-lifetime-mäßig (zumal in Berlin) sind…

Mehr Fails übrigens hier.

In letzter Zeit ist mir häufiger aufgefallen, wie viel hochwertige Software man mittlerweile dank open source und ähnlicher Konzepte für Umme bekommt. Alter Hut, werden einige jetzt sagen. Egal, ich finds trotzdem faszinierend.

Es geht ja schon beim Betriebssystem los. Ok, zugegeben, ich benutze noch Windows, habe aber ernsthafte Pläne, mir demnächst zusätzlich noch eine Linux-Distribution, etwa Ubuntu, auf den Rechner zu spielen – alleine schon, damit die ganzen Mac-User nicht mehr auf mich herabschauen können; … Spaß beiseite, die praktischen Gründe und die Neugier überwiegen natürlich den Prestige-Kram). Und Ubuntu gibts eben für lau, ebenso wie die vielen vielen einfach integrierbaren Zusatzprogramme.

Aber selbst für Windows-Nutzer  ist der open-source-Kuchen groß und lecker. MS Office? Braucht man eigentlich nicht mehr. OpenOffice gibts für umsonst, und das mit gleichem (bzw. sogar größeren) Funktionsumfang und angeblich auch absturzsicherer. (Leider leidet aber auch OO an einigen Macken, die man schon von Office zu Genüge kennt.)

Sollte man, speziell für längere Dokumente, schickeren Textsatz benötigen, greift man auf eine der freien LaTeX-Distributionen, z.B. MiKTeX zurück (wer jetzt an Fetisch denkt, liegt falsch, wobei auch LaTeX-User teilweise eine fetischartige Beziehung zu ihrer Markup-Language entwickeln; mehr dazu bei Wikipedia). Den passenden Editor gibts natürlich auch gratis (z.B. TeXnicCenter).

Intuitiv zu bedienen ist LaTeX ja nicht gerade, aber auch um dieses Problem zu beheben, ist nicht unbedingt der Kauf eines 50 Euro teuren Buches vonnöten. Dokumentationen und Kurse gibts auch kostenlos im Netz: Etwa bei WikiBooks, oder bei Tobias Erbsland (beide unter GNU-Lizenz). Nicht ganz so frei, aber immerhin auch kostenlos ist der umfangreiche Kurs den die FernUni Hagen zum Download anbietet.

Sollte man dem Internet immer mal erzählen wollen, was man schon wieder für tolle open-source-Fänge an Land gezogen hat, so nimmt man eben WordPress. Mit etwas Fummelei kann man das auch für „normale“ Homepages benutzen. Achja, die Daten schießt man übrigens mit WinSCP auf den Server. (Den Webspace muss man allerdings schon noch bezahlen.)

Etwas Naheliegendes habe ich noch vergessen: Um an die vielen open-source-Leckerbissen zu kommen, muss man natürlich durchs Internetz navigieren. Dabei hilft klarerweise Firefox (oder Opera, wobei der nicht open source ist, aber dennoch kostenlos) und wenn man nicht ständig mit Webmailern arbeiten will, so kann man seine Mails auch mit Thunderbird schreiben, empfangen und verwalten.

Und welche opensourcige oder anderweitig freie Software nutzt ihr so?