In This World – film.gegenwart.politik – Filmreihe im Kino Central, Berlin

19. November 2008

Ich muss ja sagen, der Film ist nicht unbedingt mein bevorzugtes Medium. Ich kenne, abgesehen von den wirklich unumgehbaren, tatsächlich kaum Filme, kenne vielleicht drei Regisseure, kann mitnichten deren Stile unterscheiden und wenn es am abendlichen Kneipentisch zu Filmdiskussionen kommt, sitz ich nur daneben halte mich an meinem Bier fest und kann nicht wirklich viel beitragen, bzw. fange mitunter an, mich zu fragen, wie man sich denn darüber so lange und vor allem so emotional unterhalten kann (eigentlich müsste ich es verstehen, denn, wenns um Musik geht, bin ich ebenso engagiert bei der Sache). Irgendwie lösen Filme bei mir selten große Emotionen aus, positiv wie negativ. [Nebenbei, falls es hier irgendwem noch so geht, kann er sich ja mal melden, ich fühl mich dieser „Einstellung“ ziemlich allein auf weiter Flur.]

Und trotzdem, oder gerade deshalb, entschied ich mich vor etwas mehr als einem Jahr ein Seminar zu politischen Filmen zu besuchen. Manchmal muss man sich auch mal auf Sachen einlassen und dann macht es Klick, dachte ich mir, und irgendwie musste sich mir dieses komische Medium ja auch mal erschließen. Unnötig zu sagen übrigens, dass ich keinen der Filme auf dem Seminarplan kannte, aber das konnte ich glücklicherweise im Laufe des Semesters nachholen.

Um es kurz zu sagen, zum Filmfreak hat mich auch dieses Seminar nicht gemacht. Aber dennoch war der Gewinn groß. Nicht nur habe ich ein Vielzahl von wirklich interessanten und vor allem von der gängigen Hollywood-Schablone wohltuend abweichenden Filme kennengelernt, sondern auch dank der Inhalte der teilweise schon sehr drastischen Filme den ein oder anderen neuen Blick auf die Welt gewonnen.

Ich bleibe bewusst abstrakt, denn ich möchte niemandem per Spoiler das verderben, weswegen ich diesen Artikel schreibe: Das Seminar war von vornherein nicht dazu angelegt, in den Mauern der Uni zu verhallen. Stattdessen sollten die Filme in Form einer Filmreihe auch einer größeren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Nach langer Vorbereitungszeit ist dann vor zwei Wochen die Filmreihe In This World – film.gegewart.politik im Berliner Kino Central gestartet. Bis zum Februar werden hier jeden Dienstag politische Filme verschiedenster Couleur, vom Hollywood-Blockbuster bis zur Low-Budget-Independent-Produktion, gezeigt. Die Filme stammen dabei aus unterschiedlichsten Ländern und haben dementsprechend ihre ganz eigenen Perspektiven auf die Konflikte und die Ungleichheiten unserer Welt. Insofern wird die Reihe ihrem Titel, der ja nicht nur den Eröffnungsfilm, sondern auch das Gesamtkonzept repräsentiert, absolut gerecht. Die Welt wird als zunehmend vernetzt und plurizentristisch betrachtet und desöfteren wird ein aufschlussreicher Perspektivwechsel unternommen.

Als besonderes Feature besteht im Anschluss an jede Vorstellung die Möglichkeit, die Filme zusammen mit namhaften Experten zu diskutierten, sodass der Zuschauer nicht direkt mit einem Kopf voller neuer Gedanken den der Jahreszeit entsprechenden feucht-kalten Heimweg antreten muss.

Hier gibt es Program und Flyer (zum Vergrößern einfach anklicken):

In This World - film.gegenwart.politik

Ich kann nur allen hier mitlesenden Berlinern (allen anderen natürlich auch) ans Herz legen, sich die ein oder andere (oder alle) der Vorstellungen zu gönnen. Denn wenn selbst ich als Sonst-von-Filmen-nicht-so-Hingerissener von einigen Filmen sehr beeindruckt (und auf einmal doch ein ganz klein wenig filminteressiert) war, was passiert dann erst mit filmaffineren Zeitgenossen?

In This World – film.gegenwart.politik

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