Cynic – Traced in Air

25. Januar 2009

Derzeit bei mir in Dauerrotation: Cynic – Traced in Air.

Mitte Dezember durfte ich die durchgeknallten Ami-Progger im Vorprogramm von Opeth sehen. Das Interesse an dieser Band, die 1993 ihr erstes und bis letztes Jahr auch einziges Album veröffentlicht hatten, bestand schon zwar vorher, war dann aber endgültig geweckt. Zu verrückt und wunderbar waren die verzwirbelten Gitarrenlinien, immer wieder unterbrochen von stets angeschrägten cleanen Passagen; zu unwirtlich war die Gesamtstimmung, die sich aus der (zugegebenermaßen ziemlich krude erscheinenden) Kombination von technisch klingenden Gitarrenlinien mit hohem, nicht kreischendem Gesang und tiefen Growls, ergab, als dass ich mit damit nicht hätte näher beschäftigen wollen.

Das Technische kommt auf CD natürlich noch viel deutlicher zum Vorschein. Das ist ja durchaus – wenn auch nicht immer –  mein Ding. Traced in Air klingt kühl. Hart schon, aber stets kontrolliert und konzentriert, richtig brachiale Ausbrüche gibt es nicht. Dennoch hat es gerade der Anfang hat es in sich: Eine verfremdete Stimme, Soundeffekte, ein Rhythmus setzt ein. Ein Riff, das später wieder aufgenommen wird, deutet sich an. Mehr Drumming. Dann über dem Drumming der langgezogene Gesang von Paul Masdival. Die Spannung baut sich immer weiter auf und mündet dann in einem wunderbaren, für Cynic wohl typischen Doppelschlagriff (ich nenn das jetzt mal so, Erklärung auf Anfrage), zudem sich sofort eine zweite Gitarrenstimme gesellt. Doch das Geriffe hält nicht lange an. Auf einmal kommt eine meditative cleane Passage. Man ist schon im zweiten Stück der Platte, dem großartigen „The Space for This“, das kurz darauf mit einem ähnlich netten Doppelschlagriff aufwartet und sogar über, der Progger hört und staunt, einen richtigen, gar eingängigen Refrain verfügt. Und ein schickes Solo hat das Stück auch noch.

In diesem Stil geht es dann so weiter, bis die leider viel zu kurzen 34 Minuten der Platte vorbei sind. Alles in allem in jedem Fall eine sehr interessante, abgefahrene, inspirierende Platte. Ab und zu würd ich mir lediglich wünschen, dass sie nicht ganz so technisch und dafür etwas mehr auf die Zwölf daherkäme, aber man kann ja nicht alles haben. Und zur Abwechslung kann ich zwischen die Stücke der Cynic-Scheibe ja das ein oder andere Bloodbath-Stück schieben…

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