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19. April 2009

Dies ist kein Blogbeitrag. Zumindest
entspricht er in vielen Dingen nicht
denen, mit denen ich zuvor
mein Blog bestückt habe. Ich schreibe
ihn nicht etwa vom heimischen
Schreibtisch aus, nein, ich sitze
‚jetzt‘ (Sonntag 18 Uhr) im Tiergarten.
Ich habe auch keinen Laptop dabei.
Stattdessen schreibe ich diesen
Artikel mit blauer Tinte auf
weißes, kariertes Papier, mit dem
Vorhaben, ihn dann möglichst
originalgereutreu ins Blog tippen zu
können. Er soll also möglichst viele
Charakteristika beibehalten, was bedeutet,
dass er weder über Hyperlinks, noch
über kursive Auszeichnungen verfügt,
dafür aber mitunter Streichungen und
unvorhergesehene Seitenumbrüche ent-
hält. Natürlich ist es unmöglich, ihn
vollständig alle Eigenschaften zu übertragen,
nicht mal ein Scan der beschriebenen
Seiten könnte dies Bew bewerkstelligen.
Und doch ist auch dieser Text
kein schriftlicher Text im eigentlichen
Sinne, da ich ihn schon im Bewusst-
sein schreibe, ihn später auf dem

————————————
Blog zu veröffentlichen und da mein
Stil ohnehin schon durch vorherige
Bloggereien überform und die
Arbeit mit Textverarbeitungsprogrammen
überformt ist. In diesem Sinne
schreibt – um mit Friedrich Kittler
zu sprechen („Es gibt keine Software“
glaube ich) – von uns tatsächlich
niemand mehr. Das Paradox ist
also perfekt: Ich schreibe einen geschriebenen
Text (, der keiner (mehr) ist und
habe immer schon die Absicht,
ihn in Form eines Blogbeitrags, der
keiner sein wird, zu veröffentlichen.
Warum das Ganze? Ich hatte
gerade Langeweile
(Ich wusste schon, bevor
ich diesen Satz schrieb, dass ich ihn
durchstreichen werde, eine typisches
Blog-Stilmittel!) Ich wollte einfach ein
kleines Experiment machen und sehen,
inwiefern sich die Charakteristika des
einen Mediums auf ein anderes
übertragen lassen. Außerdem wollte
ich etwas vermeiden, dass und Bloggern
immer wieder vorgeworfen wird: nämlich
dass wir immer nur über Bloggen
bloggen würden. Über das Bloggen
geht es hier schon, aber eben nicht
————————————-
in der Form des typischen Blogbeitrags.
Und doch ist dieser Artikel in höchstem
Maße selbstreferentiell, sodass den die Blog-
Kritikern wohl spätestens jetzt schon von Wut-
ausbrüchen gepackt werden, sollten
sie es überhaupt bis hierhin aus-
gehalten haben.
Dabei wollte ich doch eigentlich nur
überlegen wie es hier weitergehen
soll. (Dieses „hier“ ergibt übrigens
erst S nach der Übertragung auf
das Blog den Sinn, den es ergeben soll,)
da es sich eben auf die Schreibumge-
bung bezieht. Geschätzte zwei Monate
lief „hier“ nichts, vielleicht sogar
länger, nachschauen kann ich gerade
leider nicht). Warum? Zeitmangel,
eine Reise, keine Lust und keine
Ahnung, wie es weitergehen soll.
Ich weiß schlicht und einfach nicht
so recht, was ich hier schreiben
soll und was nicht. Ein paar
nette, irgendwo aufgeschnappte
YouTube-Videos oder anderes Lustiges
zu bringen, ist ja nett, aber auf
Dauer nicht erfüllend, wirklich
Persönliches wie will ich hier
ohnehin nicht ausbreiten.
————————————–
Gedanken, Gedanken über alles Mögliche
sind gut, aber oft bin ich zu faul
sie Ne niederzuschreiben und
habe außerdem das Gefühl, dass
ich in spätestens einem Jahr über
die Gedanken, die mir damals
noch so tiefsinnig vorkomevorkamen,
nur noch lachen kann.
Aber eigentlich ist das auch egal,
ich sollte es trotzdem tun, dieses Blog
(Welches Blog? fragt das Papier) soll
noch weitergehen, vielleicht mit weniger
aufgeschnappten Links und mehr Text,
vielleicht auch nicht, aber hoffentlich
überhaupt.

Eine Antwort to “_”

  1. […] Mai 2009 Eigentlich wollte ich doch keine Links mehr einfach so durch die Gegend schleudern. Aber ich habe gerade Bedürfnis danach und ohnehin […]

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