Geständnis

20. Juni 2009

Wie ein Kind fühlte ich mich, unschuldig, unfähig, den eigenen Willen umzusetzen. Wie ein unmündiges Etwas, dem der Zugang zu enorm Wichtigen verwehrt wird. Der Wille war da, ein großes Potenzial, das sich angestaut hatte, doch versagte ob einer simplen Sperre. Ich konnte nichts tun, jeder Versuch, den Widerstand zu überwinden konnte nichts als fehlschlagen. Und doch versuchte ich es weiter. Das Gefühl der eigenen Ohnmächtigkeit im Rücken, gelang es mir nur gerade so, mich weiterhin für das fast Unvollbringbare, das Weitentfernte, außerhalb der Reichweite seiende, jenes Fast-Jenseitige zu motivieren. Ich versuchte es weiter und weiter, mit aller Kraft, jene eigene Unfähigkeit zu transzendieren, mich nicht den Zwängen hinzugeben, die andere über mich erlassen hatten. Andere, unbekannte Wesen, deren Machenschaften sich nur in der Materialität ihrer Hinterlassenschaften ablesen ließen. Ob sie diesen Moment vorausgesehen hatten, an dem ich, an meinen Fähigkeiten, meiner Mündigkeit zweifelnd und theoretisch doch zum Undenkbaren in der Lage beinahe den Glauben an mich verlor? Ob sie ihn gar bewusst, mit geschickten Winkelzügen vorbereitet hatten, kühl und berechnend in Kauf nehmend, ein Individuum damit in den Ruin zu treiben? Es wäre gut möglich. Doch das scheinbar ausweglose Unterfangen sollte unter größter Kraftanstrengung, unter dem Zusammennehmen meiner gesamten Kräfte und meiner Fähigkeit, als Individuum mein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, dann doch gelingen.

Ja ich gebe es zu: Den Rest des Beitrags lesen »

Über ein Joker-Wort der übelsten Sorte beschwerte sich Kollege Jarchow neulich:

Was dieses allgegenwärtige Wort ‚Modul’ eigentlich sei, wenn man sich darunter wirklich mal etwas vorstellen wolle, das verlangte ein Freund gestern zu wissen. Wir wälzten also diverse Nachschlagewerke und googelten uns dumm und dämlich, um zum Resultat zu kommen, dass es sich wohl um ‚ein kleines Irgendwas’ oder ein ‚Schrumpf-Dingsda’ handeln müsse. Auch ‘Baustein’ wäre eine halbwegs akzeptable Übersetzung.

Um ein wenig weiter dahinter zu kommen, begab  sich Jarchow auf den Pfad der Begrifssgeschichte und verfolgte die Geschichte des „Schrumpf-Dingsda“ von kurzgewachsenen Römern bis hin zum Bologna-Prozess. Doch halt: Auf dem Weg dorthin vergaß er eine äußerst wichtige Station: Denn nicht erst seit Bologna machen Module dem Verstand junger Menschen zu schaffen. Den Rest des Beitrags lesen »