Ja, ich habe es getan, ich war letzte Woche bei den Bayreuther Festspielen und habe mir die Meistersinger an“gesehen“ (warum das „gesehen“ in Anführungsstrichen steht, dazu später mehr). Der Besuch war mit vielen vielen Eindrücken verbunden, sodass eine vollständige Darstellung aufwändig und mitunter gar (für Leser und Schreiber) ermüdend wäre. Deshalb hier ganz fragmentartig einige Episoden.

Der große Mummenschanz

So pilgern sie nun, die Reichen und weniger Reichen, die Kenner, die Möchtegern-Kenner und auch manche Banausen zum Grünen Hügel. Um die Veranstaltung gebührend zu ehren, werfen sich die allermeisten (abgesehen von dem Herrn in bayrischer Tracht und einigen Kurzbehosten) mehr oder weniger kräftig in Schale. Manchen der männlichen Zuschauer reicht ein Sakko mit T-Shirt, für andere muss es ein Gehrock sein; bei den Damen reicht das Spektrum vom Kleinen Schwarzen über Hosenanzüge bis hin zu ausladenden Kleidern. Man sah deutlich, dass die Kleidung einiger zweifelsohne ihren Preis hatte, was aber nicht immer durch ein am Ende wirklich gutes Aussehen honoriert wurde: Leider bewahrt auch Reichtum nicht vor Geschmacklosigkeit.

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