Lizenz zum Lästern

31. August 2009

Wenn man auf Reisen im Ausland ist, ja das ist toll, da kann man die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen und sich munter in seiner eigenen Sprache über die Mitfahrer aufregen, ohne Sanktionen zu fürchten. Das dachten sich wohl auch die beiden Französinnen, die heute mit mir in der S-Bahn standen. Doof nur, dass Französisch doch auch von dem ein oder anderen Deutschen verstanden wird. Ich konnte mir jedenfalls das Lachen ob der Unbedarftheit der beiden Damen, mit der sie ihre Kommentare äußerten, kaum verkneifen. Zunächst quittierten sie das Herumgehopse eines kleinen Jungen nur mit einem „Je déteste les gamins“ – Kinder mochten sie also nicht. Als sie besagtes Kind kurz darauf an einen nebenan stehenden Hund verfüttern wollten, musste ich mich wirklich wegdrehen, um nicht durch ein Grinsen zu verraten, dass die beiden Damen nicht die Einzigen im Zug waren, die mit Französisch etwas anfangen konnten.

Und ich fragte mich nur noch, was lustiger ist: Sich zu erkennen geben und auf die beschämten Reaktionen warten, oder still zuhören und sich innerlich totlachen, immer ein „Wenn die wüssten“ im Hinterkopf.

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… polyrhythmisch geheadbangt?“, fragte ich Anfang des Jahres.

Seit gestern Abend weiß ich die Antwort: Nein. Die Musik dieser ihrem Namen alle Ehre machenden schwedischen Metalband ist doch headbangerfreundlicher als ich dachte, was aber nicht heißt, dass sie nicht verdammt komplex wäre.

Zudem scheinen Meshuggah in Berlin mehr Leute zu interessieren, als sich das der Veranstalter gedacht hätte. Das Kato war jedenfalls gerammelt voll. Sogar aus Spanien waren Leute angereist, weil die Jungs dort nicht spielen.

Das Gedränge führte allerdings leider dazu, dass meine Bühnensicht ziemlich eingeschränkt war. Der Freude über diese geniale – und zugegebenermaßen ziemlich kranke -Musik tat das allerdings nicht so viel Abbruch.

Wer reinhören mag, die Myspace-Seite der Kombo hat ein paar Lieder zu bieten. (Mein Anspieltipp: der absolute Klassiker der Band: „Future Breed Machine“)

Der Neue-Musik-Komponist Johannes Kreidler hat ein 33-sekündiges Stück komponiert, in dem nach eigenen Angaben 70200 Zitate anderer Musikstücke enthalten sind. Und wie es sich für einen ordentlichen Urheber gehört, möchte er dieses Stück bei der GEMA ordnungsgemäß anmelden. Dazu muss er jedes Zitat auf einem Formular nachweisen. Die entstehende 70200 Formulare will er dann am 12.September beim GEMA-„Hauptquartier“ in Berlin abgeben. Mit dieser Aktion möchte er die Grenzen des derzeitgen Urheber- und Verwertungsrechts aufzeigen und für neue Methoden des Urheberrechtsschutzes werben. Hier der Trailer:

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