Hauptsache italienisch

10. August 2008

Gestern in Bamberg gesehen:

Cappuccino? Carpaccio? Caravaggio? Is doch Wurscht, Hauptsache italienisch…

Wobei es mich bei der derzeitigen Manie, den Kaffee mit immer neuen Geschmacksrichtungen zu versehen, auch nicht wundern würde, wenn es demnächst tatsächlich Pilz-Cappuccino gäbe. In umgekehrter Richtung gibt es da ja schon einige, eher beängstigend stimmende, Experimente.

[Ich gebe übrigens zu, dass ich die Schreibweise von „Cappuccino“, „Carpaccio“ und „Caravaggio“ vorsichtshalber nachgeschlagen habe und dabei feststellte, dass ich intuitiv nur eines der Worte, nämlich „Carpaccio“, richtig geschrieben hätte. Und das als Teilzeit-Romanist (allerdings nicht Italianist), neinneinnein.]

Wie verteilen Sie die Gurkenscheiben auf Ihrem Salat? Eine Frage, die die Menschheit bewegt. Wir haben verschiedene Personengruppen dazu befragt.

Knut Wagenteuer (Ästhet): So, wie es gut aussieht.

Christopherus von Nefari-Hunsrück (Ästhetiker): Nun ja, ich wählte zunächst ein Muster nach alten griechischen Beschreibungen, modifizierte dieses gemäß dem „Großen Lexicon der Gastrosophie, enthaltend alle Stichworte aus allen Bereichen der Gastrosophie und der angrenzenden Disziplinen. Fünfundzwanzigste, stark bearbeitete Auflage, mit wertvollen Anmerkungen meines geschätzen Freundes, dem Dr. Schnurwagen.“ von 1745, bastelte mir eine Schablone und legte die Scheiben auf. Anhand der generellen Problematik erörterte ich diverse wahrnehmungstheoretische Fragen und gelangte zu dem Schluss, dass zwischen Antike und Aufklärung trotz vordergrüdiger Ähnlichkeiten ein radikaler Bruch in der Technik, Gurkenscheiben auf den Salat zu legen, besteht. Vielen Dank, dass sie mir diese Frage gestellt haben, das ist genug Stoff für ein neues Buch. Falls sich dieses einigermaßen verkauft, kann ich mir demnächst vielleicht auch mal wieder Gurken leisten.

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