Gaius Pupus

21. Mai 2009

Kennt hier jemand noch Gaius Pupus? Jenen kleinen, merkwürdig laufenden Römer mit der dauerhaft gelangweilten Stimme aus Asterix erobert Rom, der den beiden Galliern ihre jeweils aktuellen Aufgaben vorliest und deren Erfüllung dann ordnungsgemäß auf einer Wachstafel abstreicht?

Ich muss jedes Mal an den denken, wenn ich endlich nach halbstündigem desorientierten Hin-und-Her-Steuer in meinem Supermarkt des Vertrauens (es ist ein Bolle) alles zusammen habe und dann endlich an der Kasse stehe. Die eine Kassiererin da hat haargenau die gleiche Stimme, spricht genauso dauergelangweilt und mit derselben Nasalität. Ich muss jedes Mal grinsen und -ja-  fühle mich an meine Kindheit erinnert. Denn schließlich war und schätzungsweise auch ist Asterix erobert Rom der Film, den ich am häufigsten in meinem Leben gesehen habe.

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Seit dem 11.11.2008 und noch bis zum 5.02.2009 läuft im Kino Central in Berlin die Filmreihe In This World – film.gegenwart.politik, die die Rückkehr des Politischen ins Kino der Gegenwart beleuchtet. Jeden Dienstag (und manchmal auch Donnerstag) um 18.30 Uhr werden politische Filme unterschiedlichster Machart und unterschiedlichster Herkunft gezeigt. An jeden Film schließt sich eine Diskussion zusammen mit ausgewählten Experten an.

Mehr Infos unter www.in-this-world.org

Nächstes Screening:

Di, 2.12. | 18.30 Uhr | Moolaadé (OmU)

moolaade2_neuevisionen_filmverleih2Die rituelle Beschneidung junger Mädchen wird zur dramatischen Zerreißprobe einer westafrikanischen Dorfgemeinschaft. Im Spannungsfeld zwischen Tradition, Religion und einbrechender Moderne solidarisieren sich die Frauen des Dorfes und stellen als moralische Instanz die bestehenden Werte öffentlich in Frage.

Gäste in der anschließenden Diskussion:
Dr. Susan Arndt und Daniela Hrzan
(Afrikawissenschaftlerinnen, HU Berlin)

Ich muss ja sagen, der Film ist nicht unbedingt mein bevorzugtes Medium. Ich kenne, abgesehen von den wirklich unumgehbaren, tatsächlich kaum Filme, kenne vielleicht drei Regisseure, kann mitnichten deren Stile unterscheiden und wenn es am abendlichen Kneipentisch zu Filmdiskussionen kommt, sitz ich nur daneben halte mich an meinem Bier fest und kann nicht wirklich viel beitragen, bzw. fange mitunter an, mich zu fragen, wie man sich denn darüber so lange und vor allem so emotional unterhalten kann (eigentlich müsste ich es verstehen, denn, wenns um Musik geht, bin ich ebenso engagiert bei der Sache). Irgendwie lösen Filme bei mir selten große Emotionen aus, positiv wie negativ. [Nebenbei, falls es hier irgendwem noch so geht, kann er sich ja mal melden, ich fühl mich dieser „Einstellung“ ziemlich allein auf weiter Flur.]

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Über Languagehat habe ich heute einen sehr interessanten Artikel über das Leben eines Untertitelschreibers gefunden. Absolut lesenswert und zudem bekommt man einen Einblick in die generellen Probleme, die Übersetzen eben so mit sich bringt. Besonders nett ist die Passage, in der es um das Be-Untertiteln von Pornos geht (ja, auch sowas wird anscheinend gemacht):

As most of you will know (I assume cheekily) porn producers for some reason must insist on telling a story. In this case the story was about some bimbo trying to make it through college. She was doing a major in Spanish or in history. At one point she was attending class, you could tell because she was wearing glasses, and flaunting her knowledge about the early history of California. She was supposed to be a good student too. I forgot what it was and I’ll be damned if I go and check my archives but suddenly, and to my great horror, she mentioned a 15th century Spanish book. And she gave the title in Spanish. Get the picture? This American bimbo had probably never spoken a word of Spanish in her life before. Hell, she even lacked basic English speaking skills. That mouth was definitely not made for talking. I have a major in Spanish and I did not understand a word of it.

I was so upset that I made it a point of honour to find that book. And I did. After several hours trawling the internet I found exactly ONE webpage that mentioned the book and its Spanish title. That one subtitle alone, invoice value seventy eurocents, cost me hours of work and precious time. And, at the same time, I realized that absolutely no-one watching this flick would give a damn about this Spanish book. […]

The Spanish book was not exceptional, by the way. In another movie a scholarly-like porn actress (she too was wearing glasses to make her character credible) was reading from a marine biology book and citing various names of deep sea mollusks.