Kaki King

19. September 2008

Wirkliche Innovationen im Bereich des Gitarrenspiels scheinen in den letzten 10 bis 20 Jahren eher selten geworden zu sein. Zumindest in meiner kleinen Rock-Metal-und-ein-bisschen-Jazz-Welt hat sich nach Typen wie Eddie van Halen, Joe Satriani, John Petrucci und vor allem Steve Vai nicht mehr viel getan. Damit meine ich selbstverständlich vor allem die spieltechnische Seite, dass stilistisch mit Grunge, Nu Metal, Prog Metal usw. auch in den letzten beiden Jahrzehnten äußerst viel passiert ist, will ich überhaupt in Abrede stellen.

Dennoch schien es, als wären die Damen und Herren GitarristInnen spieltechnisch am Ende der Fahnenstange angelangt. Dementsprechend überrascht war ich, als mir vor ein paar Jahren über ein Werbevideo des Gitarrenherstellers Ovation folgendes zu Ohren und Augen kam:

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Gitarristen aller Welt, vereinigt euch! Und bringt euer Arbeitsgerät in eine anständige Position. Das ist z.B. eindeutig zu tief. So ists schon wesentlich besser. Das ist allerdings schon fast zu hoch…

Wie dem auch sei, seine Gitarre hochzuhängen ist cool, das muss jetzt mal gesagt werden. Es muss ja nicht gleich bis zum Kinn sein, aber vorm Bauch, das ist schon in Ordnung. Hört nicht auf die, die meinen, das wäre uncool und dafür plädieren, seine Gitarre als Knieschützer zu verwenden. So kriegt man ja nicht mal die einfachsten Wandergriffe gespielt. Und das sagt ja schon einiges über die Qualität der Musik dieser „Coolen“ aus.

Neinneinnein, hochhängende Gitarren ermöglichen es, hübsche Solos zu schrubben und wers braucht kann auch noch so noch wunderbar posen. Besonders nerdig ist es, wenn man sich ein hübsches Kistchen auf die Bühne packt, auf dem man bei besonders schwierigen Passagen den Fuß abstellt. Der nun angewinkelte Oberschenkel eignet sich perfekt, um die Klampfe darauf abzulegen (hier zu sehen). Nerdig ist es, aber sympathisch nerdig, nicht so wie das pseudo-nerdig-intellektuelle Dilletanten-Getue von diversen Bands der achso tollen Hamburger Schule (um nur mal ein Beispiel zu nennen). Ich komme vom Thema ab, aber das muss wohl raus, ich mag diese Art Musik nicht, genausowenig, wie das, was die meisten der sogenannten „The-Bands“ in die Welt setzen. Ich kann wirklich nicht verstehen, was man daran finden kann, aber det is ja nur meine Meinung.

NP (passenderweise): Liquid Tension Experiment – Paradigm Shift (yes!!!!)

Übrigens: Der einzige der trotz tiefer Gitarre die verrücktesten Sachen spielen kann, ist Herr Vai, aber der ist ja sowieso nicht von diesem Planeten.