Vor knapp einem Jahr hatte ich das Vergnügen, an einer Party im – sagen wir mal – sehr studentischen ST Club in Rostock teilzunehmen. Der Alkohol war saubillig und dementsprechend benahmen sich auch die Leute. (Ganz nebenbei, der Eintritt in Flip-Flops war untersagt, da man wegen der von Glasscherben übersäten Tanzfläche nicht für die Sicherheit so leicht beschuht Tanzender garantieren konnte). Die Zusammensetzung des Publikums entsprach im Wesentlichen der rockigen Musikauswahl, sodass man glücklicherweise von glitzernden, aufgetakelten und Parfümduft hinter sich herziehenden Hupfdohlen und Hupfdohlern verschont blieb.

Plötzlich, der Abend war schon forgeschritten, ertönte zwischen Nirvana und habichvergessen David Hasselhoffs „I’ve been looking for freedom“. Den Rest des Beitrags lesen »

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Gibt es in Bezug auf die Computernutzung Mentalitätsunterschiede zwischen Europa und Amerika? Ja, befand Stefan Betschon kürzlich in der NZZ [via histnet]. Und diese gehen angeblich auf die unterschiedlichen Akzeptanz von Computertechnik bei den 68ern zurück.

Während in Kalifornien die politisch bewegten Studenten, Hippies und Acid Heads sich auf die Computertechnik stürzten, weil sie sich davon eine Stärkung ihrer Gegenkultur erhofften, vereinigten sich die protestierenden Studenten Europas in der Ablehnung der Informatik.

Später heißt es gar:

In Kalifornien dagegen gehörte Computertechnik zur Kultur der progressiven Jugend wie Sex, Drugs und Rock’n’Roll. Im Verlauf der 1970er Jahre machten sich die kalifornischen Altachtundsechziger daran, die PC-Branche zu gründen. «Wir verdanken alles den Hippies», lautet der Titel eines Essays, in dem der amerikanische Journalist Stewart Brand 1995 für die «Times» die Entstehung der PC-Branche beschrieb.

Dies ales stehe im radikalen Kontrast zur angeblich allgemeinen Technikfeindlichkeit der europäischen Philosophie des 20. Jahrhunderts.

Mag ja alles sein, aber irgendwie ist mir das zu schematisch (vielleicht bin ich auch nur zu jung). Ich würde schon meinen, dass mittlerweile auch eine ganze Menge Europäer die potenzielle Subversivität des Computers erkannt haben und andersherum auch der ein oder andere Amerikaner seinen PC eher als dunkles Medium, dem er völlig ausgeliefert ist, begreift.

Völlig zustimmen würde ich allerdings mit Folgendem (für mich auch unabhängig, ob dies- oder jenseits des Atlantiks):

So wie ein Bittsteller vor der Durchreiche, so treten noch heute viele Menschen vor ihren Windows-PC. Es ist ein persönlicher Computer, er gehört ihnen, sie könnten diese Maschine vollständig kontrollieren, sie könnten andere Software laden, ein neues Betriebssystem bauen – sie könnten, aber sie tun es nicht, sie verharren passiv in der Rolle des Endanwenders.