Niklas und die Gremien

30. November 2008

Warum sind Sie für die Selbstverwaltung an den Universitäten untauglich?

Ich finde, daß man es in diesem Zusammenhang ausschließlich mit Bagatellen zu tun hat, die ihre Bedeutung nur dadurch gewinnen, daß andere sich darüber aufregen. Man kann Entscheidungen nicht delegieren. Eine Ausschußsitzung entsteht aus der anderen, und niemand glaubt einem, wenn man sagt, daß alles viel einfacher zu erledigen wäre.

Aus: Luhmann, Niklas: Biographie, Attitüden. In: Ders.: Short Cuts, 4. Auflage, Frankfurt 2002. S. 17.

Ohne Worte. Jeder, der schon mal in einem universitären Gremium gesessen hat, weiß wohl, wovon der Gute da redet.

Advertisements

Wie verteilen Sie die Gurkenscheiben auf Ihrem Salat? Eine Frage, die die Menschheit bewegt. Wir haben verschiedene Personengruppen dazu befragt.

Knut Wagenteuer (Ästhet): So, wie es gut aussieht.

Christopherus von Nefari-Hunsrück (Ästhetiker): Nun ja, ich wählte zunächst ein Muster nach alten griechischen Beschreibungen, modifizierte dieses gemäß dem „Großen Lexicon der Gastrosophie, enthaltend alle Stichworte aus allen Bereichen der Gastrosophie und der angrenzenden Disziplinen. Fünfundzwanzigste, stark bearbeitete Auflage, mit wertvollen Anmerkungen meines geschätzen Freundes, dem Dr. Schnurwagen.“ von 1745, bastelte mir eine Schablone und legte die Scheiben auf. Anhand der generellen Problematik erörterte ich diverse wahrnehmungstheoretische Fragen und gelangte zu dem Schluss, dass zwischen Antike und Aufklärung trotz vordergrüdiger Ähnlichkeiten ein radikaler Bruch in der Technik, Gurkenscheiben auf den Salat zu legen, besteht. Vielen Dank, dass sie mir diese Frage gestellt haben, das ist genug Stoff für ein neues Buch. Falls sich dieses einigermaßen verkauft, kann ich mir demnächst vielleicht auch mal wieder Gurken leisten.

Den Rest des Beitrags lesen »

Ooch, ist er nicht putzig, unser Niklas, wie er da ganz schüchtern seinen Zettelkasten erklärt? Und dieses Büro: so herrlich chaotisch.

„Ich muss immer aufpassen, dass … die richtige Stelle, also wenn die mal verloren sind, dann sind sie also nur durch Zufall wiederzuentdecken.“

Angesichts seiner Theorien und seiner ursprünglichen Tätigkeit als Verwaltungswissenschaftler hatte ich immer gedacht, Niklas Luhmann wäre ein ganz aufgeräumter, hartherziger Mensch, in dessen Büro alles fein säuberlich und thematisch geordnet in Regalen untergebracht ist. So kann man sich täuschen: Eigentlich kommt er doch ziemlich sympathisch rüber. Und naja, von „spießiger Ordnung“ kann man bei diesem Büro auch nicht sprechen…

Nachtrag 07.04.08: Wer sich selber mal (allerdings in elektronischer Form) einen Zettelkasten anlegen möchte, der findet hier das passende Freeware-Tool.