Philosophische Theorien abzufassen ist schon nicht so einfach. Da baut man mitunter über Jahre hinweg ausufernde Gedankengebäude, ja -schlösser, sorgt für ordentliches Fundament, vernünftige Treppen, um auf die unterschiedlichen Ebenen zu kommen, und versieht zum Schluss noch die Fenster mit feingliedrigen Ornamenten. Wenn man nett zu den Lesern ist, macht man zudem Türen und Flure nicht zu klein, damit sich diese auch vernünftig in der Theorie bewegen können.

Und dann kommt irgendein anderer Philosoph dahergelaufen und bringt mit ein paar gezielten Griffen das Fundament und damit das ganze Schloss ins Wanken. Tolle Wolle. Da hilft nur Vorsorgen. Wie macht man das? Eine Möglichkeit wäre zu versuchen, diverse Kritiken vorherzusehen und die Gegenmaßnahmen dazu gleich im Gebäude unterzubringen.

Das dachte sich wohl auch John R. Searle, als er sein Buch „Sprechakte. Ein sprachphilosphischer Essay.“ schrieb. Den Rest des Beitrags lesen »

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Der Neue-Musik-Komponist Johannes Kreidler hat ein 33-sekündiges Stück komponiert, in dem nach eigenen Angaben 70200 Zitate anderer Musikstücke enthalten sind. Und wie es sich für einen ordentlichen Urheber gehört, möchte er dieses Stück bei der GEMA ordnungsgemäß anmelden. Dazu muss er jedes Zitat auf einem Formular nachweisen. Die entstehende 70200 Formulare will er dann am 12.September beim GEMA-„Hauptquartier“ in Berlin abgeben. Mit dieser Aktion möchte er die Grenzen des derzeitgen Urheber- und Verwertungsrechts aufzeigen und für neue Methoden des Urheberrechtsschutzes werben. Hier der Trailer:

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Wie verteilen Sie die Gurkenscheiben auf Ihrem Salat? Eine Frage, die die Menschheit bewegt. Wir haben verschiedene Personengruppen dazu befragt.

Knut Wagenteuer (Ästhet): So, wie es gut aussieht.

Christopherus von Nefari-Hunsrück (Ästhetiker): Nun ja, ich wählte zunächst ein Muster nach alten griechischen Beschreibungen, modifizierte dieses gemäß dem „Großen Lexicon der Gastrosophie, enthaltend alle Stichworte aus allen Bereichen der Gastrosophie und der angrenzenden Disziplinen. Fünfundzwanzigste, stark bearbeitete Auflage, mit wertvollen Anmerkungen meines geschätzen Freundes, dem Dr. Schnurwagen.“ von 1745, bastelte mir eine Schablone und legte die Scheiben auf. Anhand der generellen Problematik erörterte ich diverse wahrnehmungstheoretische Fragen und gelangte zu dem Schluss, dass zwischen Antike und Aufklärung trotz vordergrüdiger Ähnlichkeiten ein radikaler Bruch in der Technik, Gurkenscheiben auf den Salat zu legen, besteht. Vielen Dank, dass sie mir diese Frage gestellt haben, das ist genug Stoff für ein neues Buch. Falls sich dieses einigermaßen verkauft, kann ich mir demnächst vielleicht auch mal wieder Gurken leisten.

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Wer seine Kinder schon in jungen Jahren ganz spielerisch an die großen Philosophen heranführen will, kann das jetzt tun: mit den Philosophie-Actionfiguren „Nefarious Nietzsche“ und „Dangerous“ Descartes (via Mark). So lernen die Sprösslinge schon früh und ganz ohne Druck, was ein Übermensch ist, und was das mit „cogito ergo sum“ bedeuten soll. Damit ist der Grundstein zur Karriere als Philosophie-Professor gelegt. Für Fortgeschrittene soll es bald eine weitere Serie geben:

„Aggressive“ Adorno: macht seine Gegner fertig, indem er ihre Einbindung in die Konsumgesellschaft schonungslos aufdeckt. Wenn das nicht reicht, packt er seine eigenen zwölftönigen Kompositionen aus. Schwäche: Verwundbar durch Jazz-Musik.

„Fierce“ Foucault: Der kleine Giftzwerg aus Paris, Spezialist für biopolitische Kriegsführung. Zudem Beherrscher der Macht (extrem hoher Midichlorianer-, oder wie das heißt, Anteil im Blut). Schwächen: schwul keine bekannt.

„Agile“ Agamben: Schaltet in den Schmittschen Souveränitätsmodus und macht jeden Gegner mittels einschließender Ausschließung zum homo sacer, der getötet werden darf, ohne dass ein Mord begangen wird. Alternativwaffe: Einweisung ins Lager. Schwäche: Denkt Biopolitik schon seit der Antike.

„De(con)structive“ Derrida: Dekonstruiert alles und jeden und vernichtet die Reste mithilfe von entgleitenden Signifikaten (oder waren es Signifikanten?) Wunderwaffe: différance, fast das gleiche wie différence, aber eben nur fast. Schwäche: Die Hälfte der Welt hält ihn für einen Spinner.